Fußpilz: Ursachen, Symptome & wirksame Therapie
Von Dr. Univ.-PD Amro Homssi, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · Aktualisiert am 04.10.2026
Kurzüberblick
- Fußpilz (Tinea pedis) ist eine ansteckende Pilzinfektion der Haut an den Füßen, meist durch Fadenpilze.
- Typisch sind Juckreiz, Rötung, Schuppung und weißlich aufgeweichte, eingerissene Haut zwischen den Zehen; seltener schuppen Sohle und Fußränder oder es bilden sich Bläschen.
- Angesteckt wird man über Hautschuppen, vor allem barfuß in Schwimmbad, Sauna und Umkleide; feuchte, warme Füße begünstigen die Infektion.
- Cremes, Gele oder Sprays gegen Pilze aus der Apotheke helfen meist; je nach Wirkstoff dauert die Behandlung eine bis sechs Wochen, auch über das Abklingen hinaus.
- Für Hausmittel wie Teebaumöl oder Essig fehlt ein Wirkungsnachweis; trockene Füße, Badeschuhe und Waschen bei 60 Grad beugen vor.
- Unbehandelt kann Fußpilz auf die Zehennägel übergehen und Nagelpilz auslösen.
Inhalt
- Was ist Fußpilz?
- Symptome und Formen von Fußpilz
- Wie sieht Fußpilz aus? Erkennen und unterscheiden
- Ursachen und Ansteckung: Wie man sich mit Fußpilz ansteckt
- Fußpilz behandeln: Welche Creme hilft und wie lange?
- Hausmittel gegen Fußpilz: ehrlich bewertet
- Fußpilz vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen
- Fußpilz und Nagelpilz: Wie beides zusammenhängt
- Wann zum Arzt bei Fußpilz?
- Häufige Fragen
Was ist Fußpilz?
Fußpilz, medizinisch Tinea pedis, ist eine ansteckende Infektion der Haut an den Füßen mit Pilzen. Meist sind es Fadenpilze (Dermatophyten), die sich von Hornsubstanz ernähren. Typisch sind Juckreiz, Rötung und Schuppung, vor allem zwischen den Zehen. Fußpilz ist häufig, gut behandelbar und heilt mit Mitteln aus der Apotheke meist in wenigen Wochen ab.
Symptome und Formen von Fußpilz
Fußpilz zeigt sich je nach Form unterschiedlich. Gemeinsam ist allen Formen: Die Haut juckt oder brennt, ist gerötet und schuppt.
Zwischen den Zehen
Das ist die häufigste Form. Sie beginnt meist zwischen viertem und fünftem Zeh, wo es eng und feucht ist. Die Haut ist weißlich, aufgequollen und weich, reißt ein und schuppt. Kleine Risse können nässen und schmerzen. Oft riechen die Füße unangenehm.
Mokassin-Typ an Sohle und Fußrändern
Hier ist die Haut an Sohle, Ferse und Fußrändern trocken, fein schuppend und leicht gerötet, so als trüge man einen Mokassin. Die Hornhaut kann sich verdicken und an der Ferse einreißen. Weil es oft kaum juckt, wird diese Form leicht mit trockener Haut verwechselt. Sie verläuft meist schleichend und betrifft häufig beide Füße.
Bläschenförmiger Fußpilz
Am Fußgewölbe und an den Fußrändern bilden sich kleine, juckende Bläschen mit klarer Flüssigkeit. Platzen sie, bleiben nässende, schuppende Stellen zurück. Diese Form ist seltener und oft stärker entzündet.
Siedeln sich in der aufgeweichten Haut zusätzlich Bakterien an, nässt sie stark, riecht und entzündet sich. Dann liegt eine Mischinfektion vor, die ärztlich behandelt werden sollte.
Wie sieht Fußpilz aus? Erkennen und unterscheiden
An diesen Merkmalen erkennen Sie Fußpilz meist:
- weißliche, aufgequollene Haut mit Einrissen zwischen den Zehen
- gerötete Haut mit feinen, mehlartigen Schuppen an Sohle und Fußrand
- ein deutlich begrenzter, leicht erhabener Rand der geröteten Fläche, an dem es stärker schuppt
- kleine Bläschen oder Krusten am Fußgewölbe
- Beginn oft an einem Fuß, später an beiden
Ähnlich aussehen können ein Ekzem, Schuppenflechte (Psoriasis), eine Allergie gegen Schuhmaterial, durch Schweiß aufgeweichte Haut und verdickte Hornhaut. Bessert sich eine Stelle unter einer Pilzcreme nicht, sollte sie deshalb untersucht werden. Dazu werden einige Hautschuppen abgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht. Eine Pilzkultur, die den genauen Erreger bestimmt, dauert einige Wochen.
Ursachen und Ansteckung: Wie man sich mit Fußpilz ansteckt
Häufigster Erreger ist der Fadenpilz Trichophyton rubrum. Die Pilze werden durch direkten Hautkontakt oder über Hautschuppen übertragen, die Betroffene verlieren. In feuchter Umgebung bleiben sie lange ansteckend. Typische Orte der Ansteckung sind:
- Schwimmbäder, Saunen, Gemeinschaftsduschen und Umkleiden
- Hotelzimmer, Teppiche und Sportmatten, auf denen viele barfuß laufen
- das eigene Zuhause: gemeinsames Bad, Handtücher und Schuhe

Ob aus dem Kontakt eine Infektion wird, hängt vom Zustand der Haut ab. Fußpilz wird begünstigt durch:
- feuchte, warme Füße durch starkes Schwitzen oder enge, luftundurchlässige Schuhe
- kleine Verletzungen und Risse in der Haut
- enge Zehenzwischenräume, zum Beispiel bei Fußfehlstellungen
- Diabetes, Durchblutungsstörungen und ein geschwächtes Immunsystem
- Sport in geschlossenen Schuhen und häufige Besuche im Schwimmbad
Fußpilz ist kein Zeichen mangelnder Hygiene. Auch Menschen mit sehr gepflegten Füßen bekommen ihn.
Fußpilz behandeln: Welche Creme hilft und wie lange?
Fußpilz wird meist äußerlich mit Mitteln gegen Pilze (Antimykotika) behandelt. Es gibt sie rezeptfrei in der Apotheke, mit Wirkstoffen wie Clotrimazol, Bifonazol, Ciclopirox oder Terbinafin. In Studien heilte Fußpilz damit deutlich häufiger ab als ohne Behandlung.
| Darreichungsform | Geeignet für |
|---|---|
| Creme | trockene, schuppende Haut an Sohle und Fußrand |
| Gel, Spray oder Lösung | Zehenzwischenräume und größere Flächen, zieht schnell ein |
| Puder | nässende Stellen, Schuhe und Socken, ergänzend zur Creme |
Wie lange Sie Fußpilz behandeln müssen
Die meisten Mittel müssen drei bis sechs Wochen angewendet werden. Bei Präparaten mit Terbinafin reicht oft eine Woche lang einmal täglich. Wichtig ist: Behandeln Sie so lange, wie es in der Packungsbeilage steht, auch wenn die Haut schon gesund aussieht. Sonst überleben Pilze in der Haut, und der Fußpilz kommt zurück. So empfiehlt es auch gesundheitsinformation.de. Tragen Sie das Mittel auf die betroffene Stelle und auf einen schmalen Rand gesunder Haut auf.
Was die Behandlung unterstützt
- Füße nach dem Waschen gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen, mit einem eigenen Handtuch
- Socken und Handtücher täglich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen
- Schuhe abwechselnd tragen, gut trocknen lassen und mit einem Pilzspray oder Puder behandeln
- nicht kratzen, damit sich der Pilz nicht auf Hände oder andere Körperstellen ausbreitet
Wann Tabletten nötig sind
Tabletten gegen Pilze wie Terbinafin oder Itraconazol sind verschreibungspflichtig. Sie kommen infrage, wenn äußerliche Mittel nicht helfen, große Flächen betroffen sind oder die Nägel mitbefallen sind. Sie können Nebenwirkungen haben und mit anderen Medikamenten wechselwirken. Ob sie für Sie geeignet sind, klärt die Haus- oder Hautarztpraxis.
Hausmittel gegen Fußpilz: ehrlich bewertet
Viele Hausmittel werden gegen Fußpilz empfohlen. Für keines ist belegt, dass es Fußpilz heilt. Auch für Teebaumöl gibt es keine Hinweise aus Studien auf eine Wirksamkeit.
| Hausmittel | Bewertung |
|---|---|
| Teebaumöl | Wirkung nicht belegt, kann allergische Hautreaktionen auslösen |
| Essig oder Apfelessig | Wirkung nicht belegt, brennt und reizt eingerissene Haut |
| Salz- oder Kräuterfußbäder | Wirkung nicht belegt, lange Bäder weichen die Haut zusätzlich auf |
| Knoblauch, Zitrone, Natron | Wirkung nicht belegt, Knoblauch und Zitrone können die Haut stark reizen |
| Füße trocken halten, Socken bei 60 Grad waschen | sinnvoll und unterstützend, ersetzt aber kein Mittel gegen Pilze |
Wer es zuerst mit Hausmitteln versucht, verliert oft Zeit. Der Pilz breitet sich weiter aus und kann auf die Nägel übergehen. Wirksamer und meist auch einfacher ist ein Mittel aus der Apotheke.
Fußpilz vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen
- In Schwimmbad, Sauna, Hotel und Gemeinschaftsduschen Badeschuhe tragen.
- Füße nach dem Duschen gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.
- Atmungsaktive Schuhe und Socken tragen und die Socken täglich wechseln.
- Schuhe nach dem Tragen auslüften und nicht jeden Tag dasselbe Paar anziehen.
- Handtücher, Socken und Schuhe nicht mit anderen teilen.
- Hat jemand in der Familie Fußpilz: Handtücher und Badematten bei 60 Grad waschen und alle Betroffenen gleichzeitig behandeln.
Fußpilz und Nagelpilz: Wie beides zusammenhängt
Fußpilz und Nagelpilz werden meist von denselben Fadenpilzen verursacht. Bleibt Fußpilz unbehandelt, wandert der Pilz häufig vom Zehenzwischenraum oder vom Nagelrand unter die Nagelplatte. Der Nagel verfärbt sich dann weißlich-gelb, wird dicker und bröckelig. Umgekehrt ist ein befallener Nagel ein Pilzreservoir, von dem aus die Haut immer wieder neu angesteckt wird.
Behandeln Sie Fußpilz deshalb früh und konsequent, und lassen Sie verdächtige Nägel mitbehandeln. Cremes für die Haut allein heilen Nagelpilz nicht. Infrage kommen spezielle Nagellacke, Tabletten oder eine Laserbehandlung. In unserer Praxis in Berlin-Prenzlauer Berg behandelt Dr. Homssi Nagelpilz per Laser ohne Tabletten, meist in 4 bis 6 Sitzungen. Mehr dazu auf unserer Seite Nagelpilz-Behandlung. Ob Hausmittel bei Nagelpilz etwas bringen, lesen Sie im Beitrag Nagelpilz Hausmittel.
Wann zum Arzt bei Fußpilz?
Leichten Fußpilz können Sie selbst mit Mitteln aus der Apotheke behandeln. Lassen Sie sich ärztlich untersuchen, wenn:
- die Haut nach der in der Packungsbeilage genannten Zeit nicht abgeheilt ist oder der Fußpilz immer wiederkommt
- Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder ein geschwächtes Immunsystem haben
- die Haut stark nässt oder eitert, sich die Rötung ausbreitet oder Sie Fieber bekommen
- sich viele Bläschen bilden oder große Flächen betroffen sind
- sich Zehennägel verfärben oder verdicken
- Sie unsicher sind, ob es wirklich Fußpilz ist, oder ein Kind betroffen ist
Zuständig sind die Hausarzt- oder die Hautarztpraxis. Sind die Nägel betroffen, können Sie auch einen Termin in unserer Praxis vereinbaren, vor Ort oder per Videosprechstunde. Entzündet sich ein Zeh über eingerissene Haut, lesen Sie im Beitrag entzündeter Zeh, was zu tun ist.
Weiterführend: Fußpilz im MSD Manual
Häufige Fragen
Ist Fußpilz ansteckend?
Ja. Die Pilze werden über Hautschuppen übertragen, direkt oder über Böden, Handtücher und Schuhe. Ansteckend ist Fußpilz, bis er vollständig abgeheilt ist. Badeschuhe und eigene Handtücher schützen andere.
Wie lange dauert es, bis Fußpilz weg ist?
Mit einem Mittel aus der Apotheke lassen Juckreiz und Rötung oft schon nach wenigen Tagen nach. Die Behandlung dauert je nach Wirkstoff aber eine bis sechs Wochen und muss auch nach dem Abklingen so lange weitergehen, wie es in der Packungsbeilage steht.
Geht Fußpilz von allein weg?
Selten. Meist bleibt er bestehen oder breitet sich aus, auch auf die Zehennägel. Deshalb sollten Sie ihn behandeln.
Darf ich mit Fußpilz ins Schwimmbad oder in die Sauna?
Am besten erst, wenn er abgeheilt ist. Wenn Sie doch gehen, tragen Sie konsequent Badeschuhe und nutzen Sie ein eigenes Handtuch, damit Sie andere nicht anstecken.
Muss ich meine Schuhe nach Fußpilz wegwerfen?
Meist nicht. Lassen Sie die Schuhe gut trocknen und behandeln Sie sie mit einem Pilzspray oder Puder aus der Apotheke. Waschbare Schuhe und Einlegesohlen können Sie bei 60 Grad waschen, wenn das Material es erlaubt.
Medizinisch geprüft von Dr. Univ.-PD Amro Homssi, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · Stand: Oktober 2026
Dr. Homssi ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin. Sein Schwerpunkt ist die moderne Laserbehandlung eingewachsener Zehennägel und die Nagelpilz-Behandlung per Laser. In seiner Praxis in der Greifswalder Straße 137-138 in Berlin-Prenzlauer Berg bietet er eine schonende Alternative zur klassischen Emmert-Plastik. Mehr über Dr. Homssi
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Nagelpilz per Laser behandeln
Laserbehandlung von Nagelpilz in der Praxis Dr. Homssi in Berlin.